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Curriculum Vitae- Giuseppe Jacovo 

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Holsteinischer Courier - 11. Juni 2003

"Eugen Onegin" Macht und Ohnmacht der Liebe

Mit Tschaikowskys "Eugen Onegin" erlebte Neumünster die letzte Aufführung des Landestheaters in der laufenden Saison: ein beeindruckendes Stück über menschliche Verzweiflung trotz tiefer Liebe.

Neumünster - Karin Hartmann

Holsteinischer Courier - 11. Juni 2003 - Eugen Onegin"Eugen Onegin", als Romanfigur von Alexander Puschkin erdacht, wurde von Peter Tschaikowsky für seine "lyrischen Szenen" adaptiert; sie wurden 1879 in Moskau uraufgeführt und eroberten die Opernbühnen der Welt. Im Mittelpunkt steht der junge Onegin, der die Liebe des Mädchens Tatjana mit Kälte und Arroganz zurückweist. Erst Jahre später begreift er, was er verloren hat, doch nun ist Tatjana die Fürstin Gremin und kann seine Liebe nicht erwidern - trotz der starken Gefühle, die sie immer noch für ihn empfindet.

Onegin ist verzweifelt. in der beeindruckenden Aufführung des Landestheaters - der letzten dieser Theatersaison - treibt ihn die Zurückweisung sogar in den Tod.

Nicht nur den Schluss interpretiert Regisseur Harald Höferl neu, in seiner schlüssigen, konsequenten Inszenierung bricht er auch mit mancher angestaubten Operntradition. Statt "großer Oper" mit Profi-Ballett und russischer Folklore inszeniert er ein intimes musikalisches Seelendrama. Die Szenen.erhalten durch geschickte Straffung der Partitur, durch sorgfältige Personenregie und Fokussierung auf Onegin und Tatjana Lebendigkeit und Spannung. Dieses Konzept wurde von allen Beteiligten mitgetragen.

Im Rausch der Sinne: Der Poet Wladimir Lensky (Giuseppe Jacovo) gesteht Olga (Eun-Jin Seo) seine tiefe Liebe.
Im Rausch der Sinne: Der Poet Wladimir Lensky (Giuseppe Jacovo) gesteht Olga (Eun-Jin Seo) seine tiefe Liebe.

Für eine zeitlos-nüchterne Bühne sorgte Wilfried Sakowitz; säulenartige Elemente konnten durch geschickte, wenn auch geräuschvolle, Umbauten in Außen- und Innenräume, in karge Landschaften und opulente Ballsäle verwandelt werden. Martina Lüpkes stilvolle Kostüme dienten der Interpretation der Figuren.

Temperamentvoll und straff musizierte das Orchester unter der Leitung von Theo Saye; durch schnelle Tempi und kräftige Klangfarben wurde die innere Dramatik hörbar; das Orchester "malte" aber auch zarte Seelenzustände und steigerte sich nach dem ersten Bild, in dem sich alle Mitwirkenden erst warmspielen und -singen mussten, stetig.

Für einen Opernabend ist es sicher ungewöhnlich, dass die Figur, die weder einen Ton singt, noch ein Wort spricht, besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es ist der von Höferl erdachte alte, sich erinnernde Onegin. Während der junge Mann, ganz in Schwarz gekleidet, seine Geschichte auf der Bühne erlebt, begleitet ihn (meist am Bühnenrand, aber auch überzeugend in Szenen integriert) der alte, "weiße", wissende Onegin und leidet sichtbar, wenn der junge ebenso arrogant wie feige auf den Gefühlen anderer herumtrampelt.

Stumme Rolle mit präziser Körpersprache

In die stumme Rolle schlüpfte Ralf Hutter, Schauspieler und Sänger, vor allem aber Pantomime. Bestechend seine präzise Körpersprache, seine Ausdrucksfähigkeit und Symbolkraft als Onegins "bessere" Hälfte, die wortlos das Geschehen kommentiert. Ansgar Hüning gestaltete die dunkle Seite Onegins intensiv mit warm timbriertem Bariton, ebenmäßiger Phrasierung und Intonation; seiner Stimme fehlt es nur etwas an Tragfähigkeit.

Ganz erfüllt von ihrer ersten Liebe und ihren Emotionen (zunächst ungezügelt, später durch Zwänge geknebelt) ist Tatjana, die in der begeisternden "Briefszene" ihr Mädchenherz öffnet und von Onegin aufs Tiefste verletzt wird. Die Wechselbäder der Gefühle konnte Ruxandra Urderean mit wohlklingender und kräftiger Stimme ausdrücken; ihre Piani, die Legatobögen, die abrupten Ausbrüche gelangen hervorragend.

Giuseppe Jacovos kultivierter Tenor und seine Darstellung passten zur Rolle des empfindsamen Poeten Lensky, der im Duell (sehr gelungene Szene!) mit seinem Freund Onegin fällt. Aus dem Terzett der dunklen Damenstimmen konnte besonders Eun-Jin Seo als natürliche Olga gefallen; Markus Wessiack sang die Belcanto-Arie des Fürsten Gremin ansprechend.

Viel Applaus, viele Vorhänge - ein starker Ausklang mit "Eugen Onegin"!