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Flensburger Avis - 10. November 2003

Gala und Geld für Flensburger AIDS Hilfe

„Die Konzertkritik - Alle Fotos: (c) Juan Claret

Flensburger Avis - 10. November 2003 - Gala und Geld für Flensburger AIDS HilfeKünstlerinnen und Künstler der Opernsparte (Oper, Operette, Musical), des Schauspielensembles und des Ballet-Compagnies des Landestheaters und Mitglieder des Schleswig-Holsteinischen Symphonieorchesters laden ein zum Benefiz-Konzert zu Gunsten der AIDS-Hilfe Flensburg im Stadttheater Flensburg.

Hilfsaktion. Eine stattliche Summe sammelten Sänger, Tänzer und Musiker in einer Theater Gala für die Aids-Hilfe.

Ein Gospelchor mit Sylvia Wieland stimmte auf den unterhaltsamen Abend ein. Alle in bunter Programmfolge mitwirkenden Künstler hatten selber Spaß an der Freude. Das wirkte ansteckend auf das zahlwillige Publikum. Dreieinhalb Stunden vergingen, als seien es nur zwei gewesen - so gelungen war jeder Auftritt.

Operndirektor Harald Höferl knüpfte die einzelnen Programmteile zu einem funkelnden Ganzen zusammen. Vier Pianisten wechselten sich als zuverlässige Begleiter der Stars und des Opernchores ab, der mit guten Stimmen und unter Leitung von Raimund Heusch großes Können bewies.

Giuseppe Jacovo begleitet von Peter Geilich
Giuseppe Jacovo begleitet von Peter Geilich

Bei Ausflügen in die Opernwelt nahmen beliebte Sänger und Sängerinnen die Zuschauer mit ins Leben unter südlicher Sonne. Das wurde mit Beifall und Bravo-Rufen quittiert.

Tangoträume. Von der Geige strömte echtes Gefühl bei Massenets ‚Meditation’. Dem mitreißenden Piazolla-Tango eines Klaviertrios folgte ein Traumpaar in leidenschaftlichem Tanz. Solotänzer und Ballett begeisterten mit Choreographien von Stela Korijan.

Operndirektor Harald Höferl Engel für Höferl. Über Chaplin-Melodien, sehr schön vom Cello, war der Weg vorgezeichnet zu Musicalszenen. Michael Petersen, Vorsitzender der Aids-Hilfe, dankte allen Mitwirkenden, zu denen auch die unentgeltlich tätigen Theaterkräfte von der Kasse über Garderobe bis zur Technik zählten. Immerhin waren genau 4000 Euro fur seine Arbeit zusammengekommen. Der Gala-Organisator Höferl bekam als Dankeschön einen Engel in Glas und Rahmen, jeder Künstler einen kleinen Wollbären. Dann stimmten alle 'Over the Rainbow' an, denn am Ende des Regenbogens erhofft sich die Aids-Hilfe einen 'Topf aus Gold'.

Insolvenz droht. Die für Betreuung und HIV-Vorbeugung unentbehrliche Hilfsorganisation hat ernste Finanzsorgen. Aus der Landeskasse wird nur noch ein ‚halber Sozialarbeiter’ bewilligt. Und um die Fördergelder aus dem mageren Flensburger Stadtsäckel wird noch gerungen. Tritt der schlimmste Fall ein, muss die Aids-Hilfe Insolvenz anmelden. Es sei denn, es geschieht ein Wunder, nämlich, dass man einen potenten Förderer findet.

Anschließend gab es Getränke und ein reichhaltiges Buffet, gesponsert von Flensburger Firmen. Der Flensburger Einsatz stand der gleichzeitigen Berliner Parallelveranstaltung in nichts nach.

Carl Hagens